World's Best in Blues | Groove Now Blues Weeks Basel

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29.05.2026

Chicago-Blues trifft auf Marmorbüsten – die Blues Weeks starten (BaZ-Artikel von Markus Wüest)


Markus Wüest
Publiziert: 29.05.2026

Die Groove Now Blues Weeks haben mit einem energiegeladenen Auftaktkonzert in Basel angefangen. Nick Moss, Willy Jordan und ein internationales Ensemble begeistern in musealer Kulisse.

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https://www.bazonline.ch/groove-now-blues-weeks-grosses-konzert-zum-start-350528910994

 

Wenn ein grosser, mächtiger Mann auf der Bühne zu einer Gitarre greift, die für ihn etwas gar klein geraten scheint, und dem Publikum erklärt, sie sei wahrscheinlich im Wäschetrockner eingegangen, ihr aber, als Slideguitar gespielt, die wunderbarsten Töne entlockt, dann darf man das geniessen.

Wenn ein Mann in einem roten Leinenanzug während fast der Hälfte des zweieinhalbstündigen Konzerts an der Seitenlinie zuschaut – um ein Bild aus dem Fussball zu verwenden – und dann eingewechselt wird, sofort unglaubliche Energie versprüht, pfeift, heult, shoutet und sich dann auch noch hinters Schlagzeug setzt, «weil ich mal so angefangen habe», dann ist das ganz grosse Klasse. Nebenbei: Der Mann hat als Studiomusiker einst mit Grössen wie John Lee Hooker oder Elvin Bishop gespielt.

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Wenn ein Musiker zuerst an den Keyboards den Blues spielt, dann an der Gitarre, wenn der andere Musiker zuerst an der Mundharmonika brilliert und nachher an den Tasteninstrumenten, dann unterstreicht das ihre Klasse und ihre Vielseitigkeit. Und wenn der Mann am Bass ein Brasilianer ist und der mit der Mundharmonika ein Spanier, dann lässt sich daraus schliessen: Man braucht kein Amerikaner zu sein, um den Blues im Blut zu haben.

Zweitletzter Anlauf. Wenn der eine Sänger den anderen ablöst und der erste nach dem Set des zweiten sich mit der Faust aufs Herz schlägt, um seine ehrliche Anerkennung zu bekunden, dann geht es nicht um Neid, Rivalität oder Eifersucht, sondern um Respekt.

Letzter Anlauf. Wenn das alles, was hier steht, in einer musealen Umgebung passiert, in der Marmorbüsten aus antiker Zeit den Rahmen bilden, dann sind in Basel wieder die Groove Now Blues Weeks.

Der grosse Mann mit kleiner Gitarre: Nick Moss aus Chicago. Der Mann im roten Leinenanzug: Willy Jordan aus Chicago. Der stille Mann zuerst an den Keyboards, dann an der Gitarre: Bob Welsh. Er lebt den Chicago-Blues. Der gebürtige Brasilianer, der in den USA lebt: Rodrigo Mantovani. Der Spanier, das Ass an der Harmonica: Victor Puertas. Der Sänger, der sich ablösen liess: Andrew Duncanson aus Illinois (also fast Chicago …). Und noch zu erwähnen, der Jüngste, der am Donnerstagabend beim Auftaktkonzert von Groove Now auf der Bühne stand: Pierce Downer am Schlagzeug (solange er nicht kurz Willy Jordan Platz machte).

Patrick Kaiser, der Gründer von Groove Now, hat, so stellte es zumindest Nick Moss dar, einmal mehr ein paar Ideen in den Ring geworfen, ein paar exzellente Musiker gemeinsam auf eine Bühne gebracht und für einen neuen Mix gesorgt. Wenn Kaiser das tut, dann ist das immer ein Erlebnis.


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