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24.04.2017

Basler Zeitung


Im Wort­sinn aus­ge­zeich­net
Ka­ren Love­ly and Pacific Northwest All-Stars im At­lan­tis
Von Nick Joy­ce

Ba­sel. In kei­nem an­de­ren Mu­sik­gen­re, so scheint es we­nigs­tens, wer­den so vie­le Prei­se ver­ge­ben wie im Blues. Das mag dar­an lie­gen, dass auf die­sem tra­di­ti­ons­rei­chen Par­kett Hand­werk mehr zählt als In­no­va­ti­on. Wo Künst­ler, Songs und Per­for­man­ces be­geis­tern kön­nen, oh­ne über­ra­schen zu müs­sen, lässt sich Qua­li­tät si­che­rer be­mes­sen als in schnell­le­bi­gen Gen­res wie Pop, Reg­gae oder Hip-Hop.

Ka­ren Love­ly und die vier Mit­glie­der ih­rer et­was prot­zig be­nann­ten Be­gleit­band Pa­ci­fic Nor­thwest All-Stars wur­den schon oft mit Blues-Awards aus­ge­zeich­net. Beim ers­ten von zwei Kon­zer­ten im At­lan­tis wird schnell klar, warum. Die 57-jäh­ri­ge Ame­ri­ka­ne­rin mit Wahl­hei­mat Port­land, Bun­des­staat Ore­gon, wirkt li­ve wie ei­ne Mi­schung aus Et­ta Ja­mes und Van Mor­ri­son: Sie ver­bin­det die Kraft der Soul-Shoute­rin aus Los An­ge­les mit der Nach­denk­lich­keit des Blues-Mys­ti­kers aus Bel­fast. 

Ob­wohl Love­ly und die Pa­ci­fic Nor­thwest All-Stars im Ver­lauf ih­res Auf­tritts vie­le Sti­le durch­lau­fen, fol­gen sie kei­nen sim­plen Blues-, Folk- oder Ame­ri­ca­na-For­meln. Bei den vie­len Ei­gen­kom­po­si­tio­nen schwingt im­mer ein zwei­tes oder drit­tes Gen­re in Groo­ve und Aus­druck mit. Die­se lei­se Viel­sei­tig­keit hört man nicht nur in Love­lys war­mem Ge­sang, son­dern auch in Mark Bow­dens herr­lich poin­tier­ter Rhyth­mus­gi­tar­re und Li­sa Manns un­ter­schwel­lig er­fin­de­ri­schen Bass-Licks. 

Nach ei­nem glän­zen­den ers­ten Set be­geht Love­ly früh im zwei­ten einen Kar­di­nal­feh­ler, der das Kon­zert für kur­ze Zeit aus dem Lot bringt. Bei «Key To The Highway» über­lässt sie Lead-­Gi­tar­rist Ben Ri­ce das Ram­pen­licht, der die­sen von Jo­an Baez und B. B. King be­kann­ten Klas­si­ker zum klin­gen­den Road­mo­vie aus­baut. Mit sei­nem ex­qui­si­ten Bott­le­neck-Spiel und ex­al­tier­ten Gos­pel-­Ge­sang bringt Ri­ce das At­lan­tis rasch zum In­ne­hal­ten; die Songs, die auf die­se Meis­ter­klas­se in US-Er­zähl­kunst fol­gen, wir­ken wie nach­ge­kle­ckert. 

Cle­ver­es Re­per­toire

Love­ly muss sich an­stren­gen, da­mit das üb­ri­ge Set nicht wie ei­ne lan­ge Zu­ga­be da­her­kommt. So ringt sie ih­rer Stim­me noch mehr Emo­ti­on und Dy­na­mik ab als wäh­rend der ers­ten Kon­zert­hälf­te. Bei der Ret­tungs­ak­ti­on hilft ihr das klug zu­sam­men­ge­stell­te Re­per­toire. «Glad You're Go­ne» ist ein ein­dring­lich exe­ku­tier­ter Blues oh­ne so­lis­ti­sche oder vo­ka­le Red­un­dan­zen, «Ba­re Na­ked Wi­re» ein mit­reis­sen­der Stamp­fer im Sti­le des gros­sen Bo Didd­ley. 

Mit die­ser Num­mer brin­gen Love­ly und die Pa­ci­fic Nor­thwest All-Stars das nach zwei­ein­halb Stun­den et­was er­schöpf­te Pu­bli­kum wie­der zum Tan­zen und Mit­sin­gen. Sie be­schlies­sen so das aus­ge­zeich­ne­te Kon­zert ei­ner zu Recht mit Awards ge­ehr­ten Mu­si­ke­rin.

 


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